S/N 121  -  D-EGEI

 

 

 

 

 

DEGEI - tiefer Überflug

 

 

 

 

 

Registrierung

D-EGEI

Fertigung

Focke Wulf , C/n 121

Baujahr

1960

Bundeswehrkennzeichen

AS+410, 91+01

Standort

Linz (LOWL) und Seitenstetten (LOLT)

Besitzer/Halter

Konny Klein

 

 

 

 

 

Konny über seine D-EGEI

Zur Geschichte meines Flugzeugs – der D-EGEI – kann ich Folgendes berichten:

Meine Piaggio wurde im Jahr 1960 mit der Seriennummer 121 als eine von ca. 190 bei Focke Wulf in Bremen unter italienischer Lizenz gebaut, ist also eine Focke Wulf Piaggio 149 D. Abnehmer war die deutsche Bundeswehr und 70 weitere hatten die Deutschen aus italienischer Produktion.

Bis 1981 war die Piaggio bei der deutschen Bundeswehr, dann bis 1984 und weiter bis 1989 bei zwei privaten Haltern und von 1990 bis 2010 für zwanzig Jahre bei einem fliegenden Paar in Bayern recht viel unterwegs. 2010 kam sie nach Wels und ist dort bis 2013 nur etwas mehr als 20 h geflogen bis ich die Maschine im Mai 2013 gekauft habe.

Inzwischen habe ich die Avionik verbessert, einen Mode S Transponder und moderne Funkgeräte sowie ein neues ELT, eine Intercom, 2 fixe Bose Headsets und einen digitalen backup Horizont der auch einen Akku hat.
Weiters hab ich auf eine Bremsanlage von Cleveland umgebaut (die Teile stammen aus einer Twin Beach), einen anderen Ölkühler samt Ölfilter und ein Smokesystem eingebaut.
Natürlich gibt’s jedes Jahr was zum Restaurieren, so war heuer der Haubennotabwurf dran, neue Scheiben und eine neue Lackierung sind geplant.

Ich war – ohne größere Probleme – seit 2013 fast 300 Stunden unterwegs, habe fast alle Landeplätze Österreichs im Bordbuch stehen (außer die, die deutlich unter 500 m Pistenlänge haben), Venedig, Toscana, Polen, Deutschland inklusive Helgoland, Polen, Slovenien, ...  und hoffe auf viele schöne weitere Flüge.

Am liebsten fliege ich so mal nach der Arbeit im Sommer eine Runde in die Alpen. Von LOWL (meiner Winterheimat) oder Seitenstetten (LOLT) im Sommer bin ich in wenigen Minuten in den tollsten Tälern oder über  unseren Seen.
Und - nicht zu vergessen – ich habe einige tolle Bekanntschaften und Freunde gefunden die auch eine Piggi haben oder fliegen!

Hier in Österreich gibt es meines Wissens nach 5 Piggis:
Die D-ELEV von Boris – auch in Linz (LOWL) und Seitenstetten (LOLT);
die OE-KSC von Sebastian – derzeut in Stockerau (LOAU), er wird gerade mit seiner Restaurierung fertig, hat sie in Österreich sogar IFR registriert;
die D-ENTP in Wr.Neustadt Ost (LOAN), mit einem GSO480 also mit Kompressor und 340 PS;
und die OE-DPM die (einzige) ex. Österreichisches Bundesheer Maschine, die – nicht flugfägig und teilweise zerlegt – in der Nähe von Schärding steht, und natürlich
meine D-EGEI, in Linz und Seitenstetten.

 

 

 

 

 

DEGEI der Himmel so blau

 

 

 

 

 

Konny über den Flugzeugtyp P149

 Verwendet wurde sie als Anfängertrainer und Verbindungsflugzeug, manche auch als IFR Trainingsflugzeug und für leichten Kunstflug.
Das Flugzeug ist sehr geräumig, robust und schwer (bis zu 1.820 kg!) gebaut und zugelassen für +6 und -4 G, wenn man nicht schwerer als 1.540 kg ist, ansonsten für +4,5 und -2,5 G. Die Zuladung inklusive Sprit ist sensationell hoch mit 620 kg – also ein „unüberladbares“ 4 sitziges Flugzeug! Auch den Schwerpunkt bringt man nie aus den zulässigen Grenzen, egal wo die beleibteren Mitflieger sitzen!

Der Motor ist ein Lycoming GO480 B1A6, ebenfalls in Lizenz bei BMW in München gebaut. Er kommt in dieser Version auch in der DO 27 zum Einsatz. Wie manche vielleicht wissen steht das „G“ in der Bezeichnung für “geared“ – also Getriebe. Die Luftschraube läuft also langsamer als der Motor, der dann im Start 3.000 bis 3.400 Umdrehungen dreht und der Propeller nur 1.900 bis 2.175. Das ergibt neben einem guten Wirkungsgrad des Propellers auch einen schönen satten Sound. Aber – kein Vorteil ganz ohne Nachteil – so hat man mit dem für die Leistung von 270 PS recht kleinen Planetengetriebe auch ein zusätzliches empfindliches Bauteil zu warten und wenn nötig teuer zu reparieren! Leistungsänderungen soll man nur langsam ausführen und es ist ein tabu im Landeanflug zu früh Leistung heraus zu nehmen und mit dem Propeller zu „bremsen“ da dann das Getriebe von Zug auf Druck durch den Bereich des Getriebespiels wechselt und schnell verschleißt. Ich fliege also mit niedriger Reiseleistung an und fahre Fahrwerk und volle Klappen zur Geschwindigkeitsreduktion.

Die Piggi hat auch keinerlei Vakuum oder Hydrauliksysteme – alles geht nur elektrisch – mit 24 V - oder manuell, auch das Fahrwerk ist elektrisch in 4 Sekunden drinnen und draußen oder – im Notfall – mit 240 Umdrehungen einer kleinen Kurbel zwischen den Sitzen. Kurskreisel und Horizont laufen sogar noch mit 115 V und 400 Hz die von einem surrenden Generator im hinteren Rumpf erzeugt werden.

Zum Reisen braucht man etwas Zeit, die Piaggio fliegt mit ca. 65 % ca. 110 kt und mit 75% etwas mehr als 120 kt, der Verbrauch ist entsprechend zwischen ca. 48 und 55 l AVGAS pro Stunde also schon etwas mehr als in einer Piper PA28 und Cessna 172, eher auf dem Niveau einer Saratoga oder starken 182er, die aber dabei deutlich schneller sind.